Tour Transalp 2024, 7. Etappe Kaltern – Riva del Garda

VonMarco

Tour Transalp 2024, 7. Etappe Kaltern – Riva del Garda

Samstag, Grande Finale:

Nach den Frühstück stand heute Warmfahren auf dem Programm:

Vom Hotel in Kaltern-Dorf 150 Höhenmeter auf 2,3 km hinauf zum Start.

Bergab und flach am Kalterer See vorbei ging es zunächst noch neutralisiert.

Danach folgten 35 flache Highspeed-Kilometer, auf denen ich mit meiner Gruppe zunächst Julia verlor, die weiter hinten aber auch Windschatten-Anschluss hatte. Direkt vor dem ersten Anstieg rollte an einer Bahnschranke aber alles wieder zusammen und Julia stiefelte entfesselt den Berg hinauf  – bei mir war es an diesem letzten Tag bergauf ein Kampf mit stumpfen Waffen. Anders als sonst war sie nicht einmal mehr zu sehen als ich zur 1. Verpflegung kam, also musste ich es bergab noch einmal richtig laufen lassen. Das war zum Teil leichter gesagt als getan, denn einige Passagen hatten so wenig Gefälle dass noch richtige Tretarbeit anstand, außerdem gab es noch ein paar wuselig-unübersichtliche Ortsdurchfahrten, die auch viel Konzentration und ständige Brems- und Ausweichbereitschaft erforderten.

Ab San Lorenzo hatte ich dann wieder Gruppenanschluss mit ein paar weiteren guten Abfahrern und das gab noch einmal einige Kilometer im Formationsfug für ein richtig breites Grinsen im Gesicht.

Da ich in dieser Phase nicht viel Gelegenheit zum Trinken hatte,  war ich noch mit rund einem Liter ausgestattet und hatte auch erst kurz vor der 2. Verpflegung den letzten Riegel gegessen  – für die verbleibenden 10 Kilometer / 400 Höhenmeter bis zur Zeitmessung brauchte ich also nichts mehr nachholen und fuhr durch.

Julia stand noch an der Verpflegung und nahm sofort „die Verfolgung auf“. So strampelten wir als Duo die letzten Kilo- und Höhenmeter weg und ich jammerte noch ein bisschen vor mich hin, wie schlecht es doch bergauf läuft.

Dann war endlich das gelbe Schild der Zeitnahme in Sicht und das Rennen vorbei.

Dittmar und Urs warteten bereits und so rollten wir die letzten Kilometer des Passo del Ballino hinunter nach Riva del Garda.

Leider misslang das 4er Gruppenfoto unterm Zielbogen, weil Urs die letzten Meter ein wenig zu flott war.

Nun folgte der gemütliche Teil mit Zielverpflegung, Übergabe von Finisher-Medaille & Trikot und anschließendem Kaltgetränk und Gelato.

Dittmar beendet die Transalp zwar „nur“ auf Gesamtrang 4 (gerade einmal 84 Sekunden fehlen zum Bronze-Rang), ersprintet sich aber um Zehntelsekunden noch einmal den Tagesrang 3 und steht damit zum 5. Mal (!!!!!) in dieser Woche auf dem Podest  – was für eine Leistung!

Urs Tages-14., in der Gesamtwertung beendet er die Transalp auf Rang 17.

Julia und ich haben uns nun die letzten Tage auf die Glückszahl 13 eingeschossen: Tages-13. zum Schluss und auch in der Endabrechnung Platz 13 mit knapp 20 Minuten Rückstand auf Platz 12.

Kleines Fazit unseres CTH-Quartetts:

Das war eine wunderbare Woche und mit diesem Gesellen hatten wir so überhaupt gar nichts am Hut!

Das Wetter war uns sehr gnädig (kein Regen, verhältnismäßig moderate Temperaturen und dank ein paar Wölkchen nicht ununterbrochene Sonnenstunden), keine Stürze, keine Krankheit, keines Panne oder oder echte Defekte. Dittmar wie immer 100%ig im Rennmodus und mit hervorragender Ausbeute, Urs mit seinem täglichen Ausspruch „ich bin fertig / ich bin kaputt / bei mir geht nichts mehr“, aber frei nach Walter Godefroot: „Die Urs, die geht nie kapütt!“

Julia und ich als wirklich gut harmonierendes Mixed-Team unterwegs, wobei Julia bergauf die Glanzpunkte gesetzt hat und ich eher bergab und im (nahezu) Flachen zum Teamergebnis beigetragen habe.

 

Etappe 7: Kaltern – Riva del Garda

Ein letztes Schaulaufen in den Bergen bis der Gardasee ruft. Kurz vorm Ziel der Transalp reckt sich die Brenta noch einmal über 3000 Meter hoch in den Himmel und schafft mit dem türkis leuchtenden Lago di Molveno zu ihren Füßen einen letzten Höhepunkt.

Das ist eine vergleichsweise entspannte Schlussetappe über 100 Kilometer und nur ein wenig mehr als 1500 Höhenmeter. Doch für die Augen ist noch einmal richtig viel geboten. Vom Kalterer See bis Mezzolombardo säumen Apfelplantagen und Weingärten zunächst den flachen Streckenabschnitt im Etschtal, der bestens geeignet ist, die Beine ein letztes Mal warm zu fahren. Wenn die Grenze von Südtirol ins Trentino passiert ist, baut sich die Paganella 2000 Meter hoch über dem Etschtal auf. Von den Weinreben geht es wieder in die Berge, denn wer nicht geradeaus im Verkehrschaos der Haupstadt Trento landen will, muss das Etschtal verlassen und die Paganella an ihrer anderen, der westlichen Flanke passieren.

Fast 1000 Meter weiter oben, bei Andalo bildet sie die eine Seite eines Sattels, der auf der anderen Seite vom mächtigen Bergmassiv der Brenta eingerahmt wird. Jetzt, zwischen Paganella und Brenta hindurch, dreht das Landschaftskino ein letztes Mal mächtig auf – mit dem Höhenpunkt am türkis leuchtenden Molvenosee in dem sich die Felsen der Brenta magisch spiegeln. Wenn dann mit der Brenta die letzten 3000er-Alpengipfel nach hinten aus dem Blickfeld verschwinden, macht sich langsam der süße Duft des Südens in der Nase breit. Nur noch der kleine Passo del Ballino ist zu überwinden, bald rauscht der Tennosee vorbei und man sieht den Gardasee mit Riva schon vor sich. Das Ziel befindet sich dort am La Rocca direkt am Seeufer im Herzen der historischen Altstadt. Das ist ein würdiger Platz, um die Woche mit Freunden und Familie zu feiern.

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Marco editor